Grünlandtemperatur, Wachstumsgradtage,
Wärme-, Kältesumme und Co.
Besonders in der Agrarmeteorologie findet die Grünland-Temperatur-Summe (GLT) Anwendung und ist deshalb auch für Kleingärtner interessant. Sie errechnet sich aus allen positiven Tagesmittelwerten. Im Januar wird dieser Wert mit 0,5 und im Februar mit 0,75 multipliziert. Ab März geht der volle Tageswert in die Rechnung ein. Wird im Frühjahr die Marke von 200 überschritten, beginnt die nachhaltige Vegetation. Ab dieser Grenze kann der Boden wieder genügend Stickstoff aufnehmen und verarbeiten. Der in der Tabelle angegebene Wert wird bis zum 31.Mai errechnet.

Auch die Wachstumsgradtage (WTG) sind in der Landwirtschaft von Bedeutung. Damit können verschiedene phänologische Erscheiniungen von Pflanzen vorhergesagt und bestimmt werden. Der Wert errechnet sich aus dem Durchschnitt von täglicher Minimum- und Maximumtemperatur in Differenz zum Basiswert von 10°C. In der nachfolgenden Tabelle erscheinen nach und nach die vegetativen Beobachtungsergebnisse im Kleingarten bezogen auf die Grünlandtemperatur (GLT) und die Wachstumsgradtage (WGT).

Von Juni bis August wird die Wärmesumme berechnet, die ebenfalls einen wichtigen Wert in der Agrarklimatologie darstellt. Der Wert ist ein Anhaltspunkt zur Prognose der Reife von landwirtschaftlichen Produkten. Außerdem kann man damit im Vergleich eine Aussage über die Güte eines Sommers treffen. Zur Berechnung gibt es keine klar vorgeschriebene Definition. Hier ergibt sich die Wärmesumme aus der Addition aller Tagesmittelwerte die über dem Schwellenwert von 20°C liegen.

Die Kältesumme ist dagegen ein Indikator für die Strenge eines Winters. Sie wird von November bis März ermittelt. Alle negativen Tagesmittelwerte fließen als Summe in das Ergebnis ein. Je höher der Wert, um so härter präsentierte sich der Winter.

Grünlandtemperatur
Jahr GLT in °C Wert 200 erreicht am:
2007
1264,9
1.3.07
2008
1110,8
2.3.08
2009
1080,4
28.3.09
2010
865,8
29.3.10
2011
1102,1
24.3.11
2012
1126,0
16.3.12
2013
778,2
17.4.13
2014
1171,2
8.3.14
2015
966,6
23.3.15
2016
1008,0
20.3.16
2017
1063,9
17.3.17
Wachstumsgradtage
Jahr
Wert
2007
1204,2
2008
1230,9
2009
1243,5
2010
1096,0
2011
1270,2
2012
1222,9
2013
1181,7
2014
1257,3
2015
1227,0
2016
1310,0
2017
1251,8

Wärmesumme
Sommer
Wert
2006
156,9
2007
79,6
2008
80,8
2009
65,5
2010
110,0
2011
92,8
2012
67,9
2013
81,5
2014
73,2
2015
139,2
2016
88,6
2017
69,3
Kältesumme
Winter
Wert
2005/06
--
2006/07
16,6
2007/08
29,4
2008/09
122,9
2009/10
251,6
2010/11
209,3
2011/12
166,5
2012/13
184,0
2013/14
37,7
2014/15
25,6
2015/16
43,1
2016/17
2,0

Evapotranspiration
Der Evapotranspirationswert spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Hydrologie und im Landwirtschafts- und Gartenbausektor. Evapotranspiration bezeichnet in der Meteorologie die Summe aus Transpiration und Evaporation, also der Verdunstung von Wasser aus Tier- und Pflanzenwelt, sowie der Bodenoberfläche.
Heute dieser Monat dieses Jahr
0,533 mm 6,319 mm 585,145 mm

vegetative Beobachtung - Phänologie

Datum
2017
15.01.17
Nachdem sich bereits Ende Dezember die ersten Spitzen aus dem Boden schoben, zeigen wenige Winterlinge am Südhang der Burg ihre ersten gelben Köpfe.Auch Schneeglöckchen schieben sich ans Licht.
15.02.17
Die Winterlinge blühen nun vermehrt und auch die Schneeglöckchen öffnen ihre Blütenköpfe.
20.02.17
Langsam schieben sich weitere Frühblüher aus dem Boden, wie Tulpen, Iris, Narzissen oder Krokusse.
01.03.17
Erste Knospen am Pflaumenbaum, Stachel- und Johannisbeerstrauch.
15.03.17
Erste Knospen am Kirsch-, Pfirsich und Apfelbaum. Triebe an den Rosen und Forsythiastrauch.
20.03.17
Nun leuchtet der Forsythiastrauch mit seinen gelben Blüten.
30.03.17
Blüten öffnen sich am Pflaumen-, Kirsch- und Pfirsichbaum
11.04.17
Am Apfelbaum öffnen sich die Blüten
16.04.17
An den Weinreben sind erste Triebe zu sehen.
22.04.17
Deutlicher Beginn der Rapsblüte in der Elster- und Schnauderaue.
31.05.17
Der Hollunder steht in voller Blüte, Blüten an der Weinrebe
03.07.17
Die Getreideernte hat begonnen.

Die Vorjahresbeobachtungen finden Sie auf dieser Seite: